Content Warning: Beziehungsgewalt, toxische Beziehung, Abuse / Missbrauch, Selbstverletzung, SuizidBitte lies das nicht oder nur in Gegenwart einer Bezugsperson, wenn...
Ich hab das Gefühl ich habe wieder eine Stimme. Ich habe Dinge zu sagen und von Erstaunlichem zu...
Manchmal wünsche ich mir einfach ich könnte irgendwo in der Wildnis verschwinden und dort das perfekte Leben leben....
Die Anspannung in der Luft ist fast greifbar, irgendwo im Hintergrund türmen sich Wolkenberge auf und grummeln vor...
Ich verliebe mich oft, aber immer in die falschen. Das ist so eine Standardaussage ich weiß. Das Bild...
Es war mir nicht bewusst aber ich glaub sie haben es geschafft in mein Hirn vorzudringen. Das ständige...
Seit Tagen kreist diese Frage in meinem Kopf herum. Sie lässt mich nicht mehr los, obwohl ich den...
Ihr kennt mich nicht. Kein bisschen, und ihr werdet mich vermutlich auch nicht mehr kennen lernen. Seit 21...
This town is just a big memory, consisting of tears and joy, first kisses and heartbreaks and loneliness...
Ich habs geschafft auch die andere Wand zu streichen, die von der ich letzte Nacht noch dachte ich...
Tu jetzt bloß nicht so schockiert, auch du hast schon über deinen eigenen Tod nachgedacht. Vielleicht hast du...
Vor genau einem Monat, am Frauentag, habe ich meine Haare auf 3mm abrasiert (siehe hier) Ich möchte nun...
Ich höre wie ein Bus anhält und sich wieder in Bewegung setzt. Mein Fenster ist angekippt, aber die...
Um 7 Uhr morgens riss mich mein Handy mit seinem melodischen Klingeln und Summen aus dem Schlaf. Besonders...
Ich neige dazu aus absolut Allem eine große Sache zu machen. Es reicht nicht befreundet zu sein, es muss gleich Seelenverwandtschaft sein. Es reicht nicht verliebt zu sein, sondern am besten ist es sofort die ganz große Liebe. Es reicht nicht mit jemandem zusammen zu sein, sondern ich denke sofort übers heiraten nach.
So bin ich, Kleinigkeiten verändern mein gesamtes Weltbild.
Vor kurzem hat es geschneit, und gleichzeitig gewittert. Ein anderer häte gedacht 'wow, krass, cool' und ich ? Ich raste direkt aus. Weltverändernd. Lebensverändert. Dieses Wetterphänomen.
Das muss auf jeden Fall etwas für mich bedeuten, es muss ein Zeichen des Schicksals sein. Ich muss etwas daraus machen.
Ich will dass Dinge von Bedeutung sind, ich will nicht dass alles so dahinplätschert, ich brauche einen Sinn.
Große Gesten, naja oder vielmehr kleine Gesten aus denen ich riesige Ereignisse mache.
Ich fühle mich als Mensch so oft einfach unbedeutend, ganz einfach weil ich es bin. Einer unter 7Milliarden. Ein kleines lebendiges Wesen unter Trilliarden anderen. Da waren Millarden vor mir, und nach mir sind da genauso viele. Wer bin ich schon? Eigentlich unbedeutend, ein Nichts. Und selbst wenn Menschen jetzt sagen 'dann mach halt etwas großes, sodass man sich noch lange an dich erinnert'' - was soll das bringen? Die Menschheit gibt es seit ca. 2.7 Millionen Jahren. Kein Mensch wird je herausfinden ob Holger da nicht vielleicht damals festgestellt hat, dass die komischen grünen Beeren giftig sind, und damit eine ganz große Gruppe von Menschen vor dem Tod bewahrt hat. Vielleicht war er in seinem Leben ein großer Held, aber daran wird sich niemand erinnern. Und selbst wenn es in 2.7 Millionen Jahren die Erde noch geben sollte, und unsere Aufzeichnungen dann für die dort existierenden Lebewesen lesbar sind, selbst das hat keine Bedeutung. Denn wisst ihr wie lange es den Planeten schon gibt? .. Ihr wisst schon worauf ich hinaus will. Die gesamte Menschheit ist in Anbetracht der Evolution einfach komplett bedeutungslos. Was dann ein einzelnes Menschenleben bedeutet brauch ich vermutlich nicht erklären.
Und eben weil ich weiß, dass mein Leben für die Nachwelt, für die Zukunft einfach vollkommen unwichtig ist, fällt es mir so schwer mich an Regeln zu halten.
Von den fast 3 000 000 Jahren die es Menschen gibt, gehören mir mittlerweile 21. Und ich weiß nicht wie viele noch dazu kommen werden. Wenns wirklich gut läuft vielleicht noch 80.
Seht ihr was ich meine? 100 Lebensjahre - 3 000 000. In diese Zeitspanne passen 30 Tausend solcher Leben aneinander gereiht. Ich weiß das sind jetzt ganz schön viele Zahlen. Aber mein Leben im Vergleich zu der Existenz von Menschen auf der Erde beträgt ungefähr dem von 1 Minute zu 5 Jahren. Ich meine. Allein an einem Tag ist eine Minute schon unbedeutend, in einem Jahr quasi nichts, aber in 5 Jahren? Alter, allein wenn man sich vor Augen führt was in einer Minute passiert und was in FÜNF Jahren. 20 Minuten aufgewogen gegen 100 Lebensjahre. Ist das nicht Wahnsinn?
Ich meine, wenn ich in diesen 20 Minuten das Richtige mache, erinnere ich mich auch in 60 Jahren noch daran. Aber wenn ich tot bin? Falls ich Kinder hab, die erinnern sich vielleicht daran, dass ich von den 20 Minuten erzählt habe, aber schon eine Generation weiter wird es schwierig.
Die Zukunft ist ungewiss und unbedeutend, alles was in unserem Leben passiert stirbt mit uns, oder spätestens ein paar Jahre später.
Ich glaube der Wunsch nicht vergessen zu werden ist einer der dümmsten überhaupt. Und gerade weil das alles so unbedeutend ist, sehne ich mich nach etwas, das Sinn ergibt, das irgendwie sicher ist. Und deshalb mache ich aus kleinen Ereignissen riesig große Dinge, gebe ihnen einen riesigen Wert, mache sie bedeutend für mich.
Ich habe maximal 100 Lebensjahre, und mir kommt das mal unendlich viel vor, und mal lächerlich wenig. Und ich will diese Lebensjahre füllen. Nicht um Erinnerungen zu schaffen, oder unvergesslich zu sein, sondern für dieses Gefühl lebendig zu sein. Das ist es was für mich letztendlich zählt. Dass es FÜR MICH einen Sinn hat, eine Bedeutung.
Und da ist nunmal ein Regenbogen ne verdammt große Sache, oder ein Vollmond, auch wenn ich den in meinem Leben so soo oft sehe, in Anbetracht dessen wie oft ich ihn NICHT sehe ist das ein wahnsinnig seltenes und aufregendes Ereignis.
Genauso ist es bei Menschen. Jemand meinte mal zu mir, dadurch, dass es in meinem Leben so viele und auch ähnliche oder wechselnde Menschen gibt und gab, wären die einzelnen weniger Wert. Aber in Anbetracht von 7 Milliarden Menschen ist es ziemlich egal ob da 5 sind oder 50. Der Wert ändert sich kaum, vielleicht um ein paar Nachkommastellen. Und deshalb fülle ich mein Leben mit so vielen Menschen wie ich kann. Mit so vielen Ereignissen und Erlebnissen. Weil mein Leben damit für mich wertvoll wird. Weil jeder etwas mitbringt, weil ich neue und verschiedenste Aspekte vom gleichen Thema sehe, die sich vielleicht manchmal nur minimal unterscheiden. Und trotzdem ist jeder Mensch unendlich wertvoll. Egal wie viele andere es gibt.
So bin ich, Kleinigkeiten verändern mein gesamtes Weltbild.
Vor kurzem hat es geschneit, und gleichzeitig gewittert. Ein anderer häte gedacht 'wow, krass, cool' und ich ? Ich raste direkt aus. Weltverändernd. Lebensverändert. Dieses Wetterphänomen.
Das muss auf jeden Fall etwas für mich bedeuten, es muss ein Zeichen des Schicksals sein. Ich muss etwas daraus machen.
Ich will dass Dinge von Bedeutung sind, ich will nicht dass alles so dahinplätschert, ich brauche einen Sinn.
Große Gesten, naja oder vielmehr kleine Gesten aus denen ich riesige Ereignisse mache.
Ich fühle mich als Mensch so oft einfach unbedeutend, ganz einfach weil ich es bin. Einer unter 7Milliarden. Ein kleines lebendiges Wesen unter Trilliarden anderen. Da waren Millarden vor mir, und nach mir sind da genauso viele. Wer bin ich schon? Eigentlich unbedeutend, ein Nichts. Und selbst wenn Menschen jetzt sagen 'dann mach halt etwas großes, sodass man sich noch lange an dich erinnert'' - was soll das bringen? Die Menschheit gibt es seit ca. 2.7 Millionen Jahren. Kein Mensch wird je herausfinden ob Holger da nicht vielleicht damals festgestellt hat, dass die komischen grünen Beeren giftig sind, und damit eine ganz große Gruppe von Menschen vor dem Tod bewahrt hat. Vielleicht war er in seinem Leben ein großer Held, aber daran wird sich niemand erinnern. Und selbst wenn es in 2.7 Millionen Jahren die Erde noch geben sollte, und unsere Aufzeichnungen dann für die dort existierenden Lebewesen lesbar sind, selbst das hat keine Bedeutung. Denn wisst ihr wie lange es den Planeten schon gibt? .. Ihr wisst schon worauf ich hinaus will. Die gesamte Menschheit ist in Anbetracht der Evolution einfach komplett bedeutungslos. Was dann ein einzelnes Menschenleben bedeutet brauch ich vermutlich nicht erklären.
Und eben weil ich weiß, dass mein Leben für die Nachwelt, für die Zukunft einfach vollkommen unwichtig ist, fällt es mir so schwer mich an Regeln zu halten.
Von den fast 3 000 000 Jahren die es Menschen gibt, gehören mir mittlerweile 21. Und ich weiß nicht wie viele noch dazu kommen werden. Wenns wirklich gut läuft vielleicht noch 80.
Seht ihr was ich meine? 100 Lebensjahre - 3 000 000. In diese Zeitspanne passen 30 Tausend solcher Leben aneinander gereiht. Ich weiß das sind jetzt ganz schön viele Zahlen. Aber mein Leben im Vergleich zu der Existenz von Menschen auf der Erde beträgt ungefähr dem von 1 Minute zu 5 Jahren. Ich meine. Allein an einem Tag ist eine Minute schon unbedeutend, in einem Jahr quasi nichts, aber in 5 Jahren? Alter, allein wenn man sich vor Augen führt was in einer Minute passiert und was in FÜNF Jahren. 20 Minuten aufgewogen gegen 100 Lebensjahre. Ist das nicht Wahnsinn?
Ich meine, wenn ich in diesen 20 Minuten das Richtige mache, erinnere ich mich auch in 60 Jahren noch daran. Aber wenn ich tot bin? Falls ich Kinder hab, die erinnern sich vielleicht daran, dass ich von den 20 Minuten erzählt habe, aber schon eine Generation weiter wird es schwierig.
Die Zukunft ist ungewiss und unbedeutend, alles was in unserem Leben passiert stirbt mit uns, oder spätestens ein paar Jahre später.
Ich glaube der Wunsch nicht vergessen zu werden ist einer der dümmsten überhaupt. Und gerade weil das alles so unbedeutend ist, sehne ich mich nach etwas, das Sinn ergibt, das irgendwie sicher ist. Und deshalb mache ich aus kleinen Ereignissen riesig große Dinge, gebe ihnen einen riesigen Wert, mache sie bedeutend für mich.
Ich habe maximal 100 Lebensjahre, und mir kommt das mal unendlich viel vor, und mal lächerlich wenig. Und ich will diese Lebensjahre füllen. Nicht um Erinnerungen zu schaffen, oder unvergesslich zu sein, sondern für dieses Gefühl lebendig zu sein. Das ist es was für mich letztendlich zählt. Dass es FÜR MICH einen Sinn hat, eine Bedeutung.
Und da ist nunmal ein Regenbogen ne verdammt große Sache, oder ein Vollmond, auch wenn ich den in meinem Leben so soo oft sehe, in Anbetracht dessen wie oft ich ihn NICHT sehe ist das ein wahnsinnig seltenes und aufregendes Ereignis.
Genauso ist es bei Menschen. Jemand meinte mal zu mir, dadurch, dass es in meinem Leben so viele und auch ähnliche oder wechselnde Menschen gibt und gab, wären die einzelnen weniger Wert. Aber in Anbetracht von 7 Milliarden Menschen ist es ziemlich egal ob da 5 sind oder 50. Der Wert ändert sich kaum, vielleicht um ein paar Nachkommastellen. Und deshalb fülle ich mein Leben mit so vielen Menschen wie ich kann. Mit so vielen Ereignissen und Erlebnissen. Weil mein Leben damit für mich wertvoll wird. Weil jeder etwas mitbringt, weil ich neue und verschiedenste Aspekte vom gleichen Thema sehe, die sich vielleicht manchmal nur minimal unterscheiden. Und trotzdem ist jeder Mensch unendlich wertvoll. Egal wie viele andere es gibt.
Ein Junge und ein Mädchen, die nach Außen hin unterschiedlicher nicht sein könnten: Der Freak & die Beliebte....
Sie ist tot. Gestorben bei einem Skiunfall vor 16 Tagen. Aber das weiß ich erst seit jetzt. Wenn ich ehrlich bin kannte ich sie gar nicht so gut. Wir waren halt in dieser Gruppe, haben ab und an geschrieben, aber wir waren keine engen Freunde oder so. Ich kannte sie. Ein bisschen jedenfalls. Es ist noch nie jemand gestorben den ich ein bisschen kannte. Das ist ein komisches Gefühl. Ich weiß gar nicht wie ich mich fühlen soll.
Ich habe ihre Freundschaftsanfrage auf Facebook jetzt angenommen. Nach über einem Jahr. Obwohl es doch jetzt überhaupt nichts mehr bringt. Ich wollte wohl zeigen, dass ich sie kannte. Ich will beweisen können, dass unsere Leben sich gestreift haben.
Das ist alles so seltsam. Kennt ihr das, wenn ihr etwas vermutet und dann passiert es? Und ihr denkt 'boah wie beeindruckend, ich hätte jemandem von der Vermutung erzählen sollen' und beim nächsten Mal erzählt man die Vermutung jemandem und dann passiert nichts. Ich hab die Vermutung der Tod schleicht dieses Jahr um mich herum. Und ich spreche das jetzt aus, in der Hoffnung es bewahrheitet sich dadurch nicht. Andererseits habe ich dieses Jahr schon zwei Ereignisse ''vorhergesagt'' und dann ist das wirklich passiert. Das macht mir angst.
Eigentlich find ich den Tod nicht schlimm. Man ist dann halt weg. Mein eigener Tod ist echt gar kein Problem. Im Moment des sterbens vielleicht ein bisschen schade, aber nicht schlimm.
Aber ich will nicht, dass andere Menschen sterben. Schon gar keine die ich kenne. noch nicht mal die, die ich ein bisschen kenne.
Ich hab mich als dieses ekelhafte Berlin-attentat-dings war aufgeregt dass alle so heuchlerisch sind. Bin ich heuchlerisch, wenn ich sage dass ich es schade finde, dass sie tot ist? Ich meine wir standen uns ja gar nicht wirklich nahe.
Und bin ich kalt und scheiße, wenn es mir nichts ausmacht?
Welche Gefühle sind in dieser Situation angemessen?
Ich frag mich wie viele Leute wohl schon tot sind, die mal in irgendeiner Form, Teil meines Lebens waren. Bei Menschen die mir wirklich extrem nah standen hatte ich davor immer Angst,.. dass ich es gar nicht erfahre, dass sie tot sind. Man könnte jetzt sagen, dass es dann ja auch irgendwie egal wäre, weil sie ja eh schon weg aus meinem Leben waren. Aber es ist halt doch irgendwie ein Unterschied ob jemand tot ist oder nur kein Teil meines Lebens mehr. Obwohl für mich rein praktisch ja nichts anders ist.
Ich war fast ein Jahr raus aus der Gruppe und als ich im Dezember wieder dazu gestoßen bin, haben sich viele Leute total gefreut. Sie auch. Das bedeutet mir schon etwas.
Zu ihrer Handynummer gibt es einen Namen und ein Gesicht. Nicht so wie bei anderen. Wie gesagt, ich kenne sie ein bisschen.
Jetzt wo sie tot ist interessiere ich mich irgendwie viel mehr für sie. lese ihre Bildbeschreibungen auf Instagram, google ihren namen und lese im Forum was sie so geschrieben hat. Am 20. Februar wäre sie 17 geworden. Das ist irgendwie jung. Wenn ich so überlege was ich zwischen 16 & Heute erlebt habe. Krass. Irgendwie alles was mich wirklich verändert hat. Und sie wird das nicht mehr erleben. Vielleicht hätte sie die Welt gerettet. Okay, nein, das wird jetzt albern. Sie schläft jetzt für immer. oder naja ist halt einfach weg. Ich fühl mich ein bisschen schuldig weil ich mich jetzt mehr mit ihr beschäftige als in der Zeit in der sie noch gelebt hat.
Es gibt Zeitungsartikel über ihren Tod. Das ist krass. Ich weiß echt nicht wie ich mich dabei fühlen soll. Aber es ist gut zu lesen was genau passiert ist. Ich mag Fakten irgendwie. Die erden mich.
''Ich bin im Skilager ich habe genug Schnee'' hat sie geschrieben, drei Tage bevor sie gestorben ist.
Ihre letzten Nachrichten an die Gruppe, richteten sich an mich. Weil ich zu doof war Sauce zu kochen und sie meinte Mehl würde doch neutral schmecken, obwohl es schmeckt nach Staub. Sie hat probiert meinte sie. jemand anderes antwortete, dass das aber nur so wäre wenn nicht noch was anderes drin wäre und sie meinte 'dann schmeckt es im besten Fall nach Küchlein'.. Ihre absolut letzte Nachricht war aber '' Hmm vll schrubben?'' weil alles angebrannt war und ich den Topf nicht wieder sauber bekam. Und das wars. Es wird keine Nachrichten mehr geben. Das war so ein banales Thema. Wir hätten vielleicht über den Weltfrieden diskutieren sollen oder darüber wie wichtig wir einander wären. Aber nein. Ihr letztes Gespräch in der Gruppe drehte sich um angebrannte Sauce und das schrubben von Töpfen.
Ich fühl mich wirklich komisch.
Ich habe ihre Freundschaftsanfrage auf Facebook jetzt angenommen. Nach über einem Jahr. Obwohl es doch jetzt überhaupt nichts mehr bringt. Ich wollte wohl zeigen, dass ich sie kannte. Ich will beweisen können, dass unsere Leben sich gestreift haben.
Das ist alles so seltsam. Kennt ihr das, wenn ihr etwas vermutet und dann passiert es? Und ihr denkt 'boah wie beeindruckend, ich hätte jemandem von der Vermutung erzählen sollen' und beim nächsten Mal erzählt man die Vermutung jemandem und dann passiert nichts. Ich hab die Vermutung der Tod schleicht dieses Jahr um mich herum. Und ich spreche das jetzt aus, in der Hoffnung es bewahrheitet sich dadurch nicht. Andererseits habe ich dieses Jahr schon zwei Ereignisse ''vorhergesagt'' und dann ist das wirklich passiert. Das macht mir angst.
Eigentlich find ich den Tod nicht schlimm. Man ist dann halt weg. Mein eigener Tod ist echt gar kein Problem. Im Moment des sterbens vielleicht ein bisschen schade, aber nicht schlimm.
Aber ich will nicht, dass andere Menschen sterben. Schon gar keine die ich kenne. noch nicht mal die, die ich ein bisschen kenne.
Ich hab mich als dieses ekelhafte Berlin-attentat-dings war aufgeregt dass alle so heuchlerisch sind. Bin ich heuchlerisch, wenn ich sage dass ich es schade finde, dass sie tot ist? Ich meine wir standen uns ja gar nicht wirklich nahe.
Und bin ich kalt und scheiße, wenn es mir nichts ausmacht?
Welche Gefühle sind in dieser Situation angemessen?
Ich frag mich wie viele Leute wohl schon tot sind, die mal in irgendeiner Form, Teil meines Lebens waren. Bei Menschen die mir wirklich extrem nah standen hatte ich davor immer Angst,.. dass ich es gar nicht erfahre, dass sie tot sind. Man könnte jetzt sagen, dass es dann ja auch irgendwie egal wäre, weil sie ja eh schon weg aus meinem Leben waren. Aber es ist halt doch irgendwie ein Unterschied ob jemand tot ist oder nur kein Teil meines Lebens mehr. Obwohl für mich rein praktisch ja nichts anders ist.
Ich war fast ein Jahr raus aus der Gruppe und als ich im Dezember wieder dazu gestoßen bin, haben sich viele Leute total gefreut. Sie auch. Das bedeutet mir schon etwas.
Zu ihrer Handynummer gibt es einen Namen und ein Gesicht. Nicht so wie bei anderen. Wie gesagt, ich kenne sie ein bisschen.
Jetzt wo sie tot ist interessiere ich mich irgendwie viel mehr für sie. lese ihre Bildbeschreibungen auf Instagram, google ihren namen und lese im Forum was sie so geschrieben hat. Am 20. Februar wäre sie 17 geworden. Das ist irgendwie jung. Wenn ich so überlege was ich zwischen 16 & Heute erlebt habe. Krass. Irgendwie alles was mich wirklich verändert hat. Und sie wird das nicht mehr erleben. Vielleicht hätte sie die Welt gerettet. Okay, nein, das wird jetzt albern. Sie schläft jetzt für immer. oder naja ist halt einfach weg. Ich fühl mich ein bisschen schuldig weil ich mich jetzt mehr mit ihr beschäftige als in der Zeit in der sie noch gelebt hat.
Es gibt Zeitungsartikel über ihren Tod. Das ist krass. Ich weiß echt nicht wie ich mich dabei fühlen soll. Aber es ist gut zu lesen was genau passiert ist. Ich mag Fakten irgendwie. Die erden mich.
''Ich bin im Skilager ich habe genug Schnee'' hat sie geschrieben, drei Tage bevor sie gestorben ist.
Ihre letzten Nachrichten an die Gruppe, richteten sich an mich. Weil ich zu doof war Sauce zu kochen und sie meinte Mehl würde doch neutral schmecken, obwohl es schmeckt nach Staub. Sie hat probiert meinte sie. jemand anderes antwortete, dass das aber nur so wäre wenn nicht noch was anderes drin wäre und sie meinte 'dann schmeckt es im besten Fall nach Küchlein'.. Ihre absolut letzte Nachricht war aber '' Hmm vll schrubben?'' weil alles angebrannt war und ich den Topf nicht wieder sauber bekam. Und das wars. Es wird keine Nachrichten mehr geben. Das war so ein banales Thema. Wir hätten vielleicht über den Weltfrieden diskutieren sollen oder darüber wie wichtig wir einander wären. Aber nein. Ihr letztes Gespräch in der Gruppe drehte sich um angebrannte Sauce und das schrubben von Töpfen.
Ich fühl mich wirklich komisch.